Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung ist ein wichtiges Instrument für die Kostenplanung und -kontrolle in Unternehmen. Dabei werden geplante Kosten über einen bestimmten Zeitraum festgelegt und auf verschiedene Kostenarten, -stellen und -träger verteilt. Die Plankostenrechnung dient in erster Linie der Kontrolle der betrieblichen Kosten und ermöglicht es, Kostenabweichungen frühzeitig zu erkennen.

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2025

Zusammenfassung

Plankostenrechnung im Überblick

  • Die Plankostenrechnung bildet eine wichtige Grundlage für die betriebliche Kostenplanung.
  • Plankosten sind vorab festgelegte Werte für den Verbrauch von Produktionsfaktoren.
  • Sie dienen der Planung, Steuerung und Kontrolle der Kosten im Unternehmen.
  • Es gibt zwei Hauptarten der Plankostenrechnung: die starre und die flexible Plankostenrechnung.
  • Eine exakte Vorbereitung ist notwendig, um die Plankostenrechnung effektiv anzuwenden. Plankosten, Sollkosten und Istkosten werden jeweils unterschiedlich berechnet.

Definition

Was ist die Plankostenrechnung?

Die Plankostenrechnung ist ein Instrument der Kostenplanung und -kontrolle. Dabei handelt es sich um eine Kostenrechnung, die künftige Kosten im Voraus kalkuliert. Diese geplanten Kosten werden für eine bestimmte Planbeschäftigung ermittelt und als Bezugsgröße für die betriebliche Steuerung verwendet. Die Plankostenrechnung unterscheidet sich von der Istkostenrechnung, da die tatsächlich angefallenen Kosten nicht berücksichtigt werden. Sie findet ihre Anwendung in der Kosten- und Leistungsrechnung eines Unternehmens und dient der Planung und Kontrolle der betrieblichen Kostenstruktur.

Voraussetzungen für die Plankostenrechnung

Um eine realistische Plankostenrechnung zu erstellen, müssen bestimmte Vorbereitungen getroffen werden: 

  • Kostenstellen festlegen: Kostenstellenpläne bilden das Betriebsgeschehen im Unternehmen realistisch ab.
  • Bezugsgrößen definieren: Jede Kostenstelle benötigt eine geeignete Bezugsgröße, um die Plankosten genau zu berechnen.
  • Planpreise festlegen: Planpreise müssen vorab festgelegt werden, um Schwankungen im Preis aufgrund von Verbrauch zu ignorieren.
  • Kosten aufteilen: Die Kosten werden in Fixkosten und variable Kosten aufgeteilt, um Abweichungen im Soll-Ist-Vergleich zu analysieren.
  • Planbeschäftigung berechnen: Die erwartete Beschäftigung für die kommende Periode wird definiert und als Basis für die Kostenplanung verwendet. 

Eine genaue Berechnung der Plankosten, Sollkosten und Istkosten ist zentral für die Plankostenrechnung. Die wichtigsten Formeln dazu lauten: 

  • Plankosten = Planmenge x Planpreis
  • Sollkosten = Sollmenge x Planpreis
  • Istkosten = Istmenge x Planpreis 

Zusätzlich wird der Plankostenverrechnungssatz ermittelt: Plankostenverrechnungssatz = Plankosten / Planbeschäftigung

Arten der Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung unterscheidet sich je nach Berechnungsmethode und Flexibilität in zwei Hauptarten: die starre und die flexible Plankostenrechnung. Diese beiden Methoden helfen, Sollkosten aus den Plankosten abzuleiten und ermöglichen unterschiedliche Ansätze für die Kontrolle der betrieblichen Kosten.

Rechtliche Folgen der Nichterfüllung

Die starre Plankostenrechnung ist eine einfache Methode, bei der die Kosten unabhängig von der tatsächlichen Beschäftigung geplant werden. Sie wird vor allem in der Vollkostenrechnung angewendet und dient einer grundlegenden Kostenkontrolle. Eine Anpassung der Plankosten an Änderungen in der Beschäftigung ist bei dieser Methode nicht möglich. Die starre Plankostenrechnung bietet daher keine Möglichkeit zur Analyse von Kostenabweichungen, da die Aufteilung in fixe und variable Kosten fehlt.

Die flexible Plankostenrechnung

Die flexible Plankostenrechnung bietet eine detailliertere Kostenplanung, da sie auf Änderungen in der Beschäftigung reagiert. Sie wird in zwei Varianten angewendet: 

  1. Flexible Plankostenrechnung auf Vollkostenbasis: Diese Methode teilt die Kosten in der Kostenstellenrechnung auf fixe und variable Kosten auf, jedoch nicht in der Kostenträgerrechnung.
  2. Flexible Plankostenrechnung auf Teilkostenbasis: Hier werden die Kosten sowohl in der Kostenstellenrechnung als auch in der Kostenträgerrechnung in fixe und variable Kosten aufgeteilt. Diese Form der Plankostenrechnung basiert auf der Grenzplankostenrechnung, die nur die variablen Kosten betrachtet und dadurch präzisere Aussagen über Kostenveränderungen zulässt.

Vorteile und Nachteile der Plankostenrechnung

Die Plankostenrechnung bietet viele Vorteile, aber auch einige Herausforderungen.

<b>Vorteile</b>
VorteileNachteile
Klare Planung und Steuerung der künftigen Kosten. Hoher Aufwand bei der Ermittlung der Plankosten.
Erleichtert die Analyse von Soll-Ist-Abweichungen. Abweichungsanalysen erfordern eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten.
Unterstützt die Kostenkontrolle in den einzelnen Unternehmensbereichen. Starre Plankostenrechnung ist bei veränderter Beschäftigung ungenau.

Die Wahl der passenden Methode hängt von der Art des Unternehmens und den individuellen Anforderungen an die Kostenrechnung ab.