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Rundungsdifferenzkonto im Überblick
- Rundungsdifferenzen entstehen bei der Berechnung der Umsatzsteuer
- Ein Rundungsdifferenzkonto dient zur Erfassung dieser Differenzen
- Man kann entweder ein Interimskonto oder ein Konto der Kategorie Einnahmen/Ausgaben verwenden
Definition
Was ist ein Rundungsdifferenzkonto?
Ein Rundungsdifferenzkonto ist ein spezielles Konto, das genutzt wird, um Differenzen zu erfassen, die bei der Berechnung von Umsatzsteuer entstehen. Diese Abweichungen treten häufig auf, wenn Buchungen aus Systemen übernommen werden, die mit Brutto-Preisen arbeiten. Durch das Rundungsdifferenzkonto wird sichergestellt, dass diese Abweichungen korrekt verbucht werden. Bei der Wahl des Kontos gibt es zwei mögliche Ansätze: die Nutzung eines Interimskontos oder eines Kontos der Kategorie Einnahmen/Ausgaben.
Wie entstehen Runungsdifferenzen?
Rundungsdifferenzen treten auf, wenn verschiedene Systeme oder Rechenwege bei der Umsatzsteuerberechnung zum Einsatz kommen. Vor allem bei der Arbeit mit Brutto-Preisen oder der Übernahme von Daten aus anderen Systemen können kleine Differenzen zwischen den erfassten und berechneten Beträgen auftreten. Diese Unterschiede müssen korrekt verbucht werden, um die Buchführung korrekt und nachvollziehbar zu halten.
Beispiel für die Berechnung von Rundungsdifferenzen
Nehmen wir an, der Brutto-Betrag einer Rechnung beträgt 119,99 Euro. Die Umsatzsteuer wird mit 19% berechnet. Je nach Rundungsregelung kann das System zu leicht unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Solche kleinen Differenzen müssen auf einem Rundungsdifferenzkonto erfasst werden, um die Abweichungen zu dokumentieren.
Das richtige Konto für Rundungsdifferenzen wählen
Für die Verbuchung von Rundungsdifferenzen gibt es zwei Optionen:
- Interimskonto: Hierbei kann ein Konto der Kategorie „Interimskonto“ verwendet werden, wie etwa 1590 im SKR 03 oder 1370 im SKR 04. Am Jahresende erfolgt eine Umbuchung, die ertragswirksam ist.
- Einnahmen/Ausgaben-Konto: Alternativ kann direkt ein Konto der Kategorie „Einnahmen / Ausgaben“ genutzt werden. Dieses darf keinen Steuersatz aufweisen. Ein passendes Konto ist hier beispielsweise Erlöse steuerfrei (Konto 8200 im SKR 03 oder 4200 im SKR 04).
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Umbuchung am Jahresende
Sollten Sie sich für die Nutzung eines Interimskontos entscheiden, erfolgt am Jahresende eine erfolgswirksame Umbuchung. Diese wird notwendig, da das Interimskonto lediglich als temporäre Zwischenlösung dient, um die Differenzen aufzufangen.
Wichtige Punkte bei der Arbeit mit Rundungsdifferenzen
Beim Umgang mit Rundungsdifferenzen sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Vermeidung von Steuerabweichungen: Dem Rundungsdifferenzkonto darf kein Steuersatz zugeordnet werden.
- Ertragswirksame Buchung: Entstehen durch die Rundungsdifferenzen Umsätze, sind diese als Erfolg zu verbuchen.
- Regelmäßige Prüfung: Um eine fehlerhafte Buchführung zu vermeiden, sollten Rundungsdifferenzen regelmäßig geprüft und am Jahresende korrekt umgebucht werden.
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Umsatzsteuer-Rundungsregeln
Je nach eingesetzter Software können unterschiedliche Rundungsregeln zur Anwendung kommen, was zu geringfügigen Abweichungen bei den Beträgen führen kann.